Finnfacts  
Die Finnland Story
I Historische Hintergründe Finnlands
II Finnland Heute
III Finnland und die EU
IV Finnland und die Weltwirtschaft
 

Historische Hintergründe Finnlands
 

1.1 Hintergründe des Finnentums
1.2 Schwedenherrschaft und Autonomie
1.3 Industrialisierung
1.4 Das 20. Jahrhundert

1.3 Industrialisierung

Noch Mitte des 19. Jahrhunderts konnte in Finnland von wirtschaftlichem Wohlstand nicht die Rede sein. Das Land gehörte zu den ärmsten in Europa; es war, wie man heute sagen würde, ein Entwicklungsland. Die industrielle Produktion und die damit verbundene Arbeitsteilung in der Gesellschaft steckten noch in den Kinderschuhen. Die Zahl der Fabrikarbeiter belief sich Anfang der 1860er Jahre auf etwa 30 000 - halb so viel wie heute allein Nokia Beschäftigte hat.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts hatte man in Finnland eine ganze Reihe von Grundvoraussetzungen für das aufkeimende Wachstum geschaffen. Die für die Wirtschaft wichtigen Institutionen waren bereits in den ersten Jahrzehnten der Autonomie begründet beziehungsweise ausgebaut worden. Um 1860 verfügte das Land über eigene Zentralverwaltung, Universität, Landtag, eigenes Geld und Bankwesen, Telegrafennetz, Eisenbahn und auch ansonsten erheblich verbesserte Verkehrsverbindungen. Die Bank von Finnland war schon 1811 gegründet worden, früher als die Zentralbanken der meisten heutigen Industrieländer.

Die Industrie erhielt Mitte des 19. Jahrhunderts kräftigen Auftrieb; besonders die Textil- und die Metallbranche entwickelten sich zwischen 1840 und 1870 zügig. Wenngleich die industrielle Tätigkeit immer vielfältigere Form gewann, so waren es doch namentlich die Produktion und die Ausfuhr der expandierenden Holzverarbeitungsindustrie, die dem Wachstum der Volkswirtschaft besonderen Schwung verliehen.

Die Lokomotive war anfangs die Sägeindustrie, deren Produktion mit Einzug der Dampfsägewerke Ende der 1850er Jahre eine Umwälzung erfuhr. Schon die Einführung der von Wasserkraft angetriebenen Schneidemühlen hatte im Vergleich zum manuellen Sägen einen enormen Fortschritt bedeutet. Der Schnittholzexport wurde während der 1860er Jahre auf das über Dreifache hochgefahren.

Eine weitere umwälzende Neuerung im Hinblick auf die Entwicklung der finnischen Industrie war neben der Dampfmaschine der Umstand, dass man lernte, aus Holz Papier zu machen. Die erste Zellstofffabrik nahm 1880 die Produktion auf. Auch die Umsetzung dieser grundlegenden Erfindung in die Praxis erfolgte innerhalb sehr kurzer Zeit. Die Absatzmärkte für finnisches Papier lagen hauptsächlich in Russland, dessen eigene Papierindustrie noch lange auf der Basis von Hadern produzierte. Der technische Vorsprung vor Russland sicherte jahrzehntelang einen Wettbewerbsvorteil an diesem großen Absatzmarkt.

 
  Zurück Weiter  

Hintergründe des FinnentumsSchwedenherrschaft und AutonomieIndustrialisierungDas 20. Jahrhundert

Schnelles WirtschaftswachstumProduktionsstuktur im WandelUnternehmensstrukturwandelInternationalisierungStarke forstindustrieHohes Lebensstandard

Der Weg in die EUEU-Land Finnland

Investitionen der IndustrieDas ICT-FinnlandStarke Wettbewerbsfähigkeit
Sitemap