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2.1
Schnelles Wirtschaftswachstum
2.2
Produktionsstruktur im Wandel
2.3
Unternehmensstrukturwandel
2.4
Internationalisierung
2.5
Starke Forstindustrie
2.6
Hohes Lebensstandard
2.3 Unternehmensstrukturwandel
Ein wichtiger Teil des Strukturwandels der Gesamtwirtschaft
ist die Veränderung der Unternehmensstruktur. Größe
und Handlungsweise der Unternehmen richten sich entsprechend
den Veränderungen des wirtschaftlichen Umfeldes
ein, wobei allerdings die Unternehmen keinesfalls passive
Anpasser sind, sondern mit ihren Entscheidungen die
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen des
Landes mitbestimmen. Die Entscheidungen auf Mikroebene
äußern sich als Veränderungen auf Makroebene.
Ständige Umorganisation des privatwirtschaftlichen
Sektors ist einer der Kernfaktoren des Wirtschaftswachstums.
Die Etablierung neuer Firmen an den Märkten stellt
auf lange Sicht betrachtet eine essentielle Voraussetzung
für die Expansion der Wirtschaft dar. Allerdings
muss dieser Mechanismus auch in entgegengesetzter Richtung
funktionieren: Das Abtreten dauerhaft unrentabler Unternehmen
von den Märkten ist gleichermaßen Bedingung
für eine stabile wirtschaftliche Entwicklung. Einen
wenigstens ebenso intensiven Einfluss auf den Wandel
haben Unternehmensankäufe, Fusionen und Wachstum
der Einzelfirmen. Blieben solche Veränderungen
aus, käme es zu einer Stagnation und schließlich
zu einer Regression der Wirtschaft. Die Kehrseite dieser
Entwicklung ist natürlich übermäßige
Konzentration und damit eine Verwässerung des Wettbewerbs
- ein Ergebnis, zu dem die Unternehmungslogik von Zeit
zu Zeit zwangsläufig zu führen scheint. Gerade
deshalb sind die jungen und innovativen, für Konkurrenz
sorgenden Unternehmen als Kern der im Umbruch stehenden
Wirtschaft zu betrachten.
Der Werdegang der großen finnischen Konzerne
zeigt, wie sich die Unternehmertätigkeit den gesellschaftlichen
und wirtschaftlichen Veränderungen angepasst hat
und die Unternehmen andererseits die sie umgebende Gesellschaft
mitgeformt haben. Die meisten der heutigen großen
Industrieunternehmen wurden Ende des 19., Anfang des
20. Jahrhunderts gegründet. So haben zum Beispiel
die 30 umsatzstärksten Industriefirmen ein Durchschnittsalter
von über hundert Jahren. Die ältesten dieser
Gesellschaften entstanden bereits im 17. und 18. Jahrhundert
(Fiskars 1649, Hackman 1790).
Nur wenige Großunternehmen sind jedoch ihrer
ursprünglichen Branche oder ihrem Gründungsstandort
treu geblieben, und alle haben als Folge von Firmenankäufen
und Einstieg in neue Branchen beziehungsweise Aufgabe
alter Sparten erhebliche Veränderungen erfahren.
Viele Industrieunternehmen wurden dazumal von Handelshäusern
gegründet. Die Industrialisierung Finnlands erfolgte
gestützt auf das im Innen- und Außenhandel
erwirtschaftete Kapital.
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