Finnfacts  
Die Finnland Story
I Historische Hintergründe Finnlands
II Finnland Heute
III Finnland und die EU
IV Finnland und die Weltwirtschaft
 

Finnland Heute
 

2.1 Schnelles Wirtschaftswachstum
2.2 Produktionsstruktur im Wandel
2.3 Unternehmensstrukturwandel
2.4 Internationalisierung
2.5 Starke Forstindustrie
2.6 Hohes Lebensstandard

2.3 Unternehmensstrukturwandel

Ein wichtiger Teil des Strukturwandels der Gesamtwirtschaft ist die Veränderung der Unternehmensstruktur. Größe und Handlungsweise der Unternehmen richten sich entsprechend den Veränderungen des wirtschaftlichen Umfeldes ein, wobei allerdings die Unternehmen keinesfalls passive Anpasser sind, sondern mit ihren Entscheidungen die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen des Landes mitbestimmen. Die Entscheidungen auf Mikroebene äußern sich als Veränderungen auf Makroebene.

Ständige Umorganisation des privatwirtschaftlichen Sektors ist einer der Kernfaktoren des Wirtschaftswachstums. Die Etablierung neuer Firmen an den Märkten stellt auf lange Sicht betrachtet eine essentielle Voraussetzung für die Expansion der Wirtschaft dar. Allerdings muss dieser Mechanismus auch in entgegengesetzter Richtung funktionieren: Das Abtreten dauerhaft unrentabler Unternehmen von den Märkten ist gleichermaßen Bedingung für eine stabile wirtschaftliche Entwicklung. Einen wenigstens ebenso intensiven Einfluss auf den Wandel haben Unternehmensankäufe, Fusionen und Wachstum der Einzelfirmen. Blieben solche Veränderungen aus, käme es zu einer Stagnation und schließlich zu einer Regression der Wirtschaft. Die Kehrseite dieser Entwicklung ist natürlich übermäßige Konzentration und damit eine Verwässerung des Wettbewerbs - ein Ergebnis, zu dem die Unternehmungslogik von Zeit zu Zeit zwangsläufig zu führen scheint. Gerade deshalb sind die jungen und innovativen, für Konkurrenz sorgenden Unternehmen als Kern der im Umbruch stehenden Wirtschaft zu betrachten.

Der Werdegang der großen finnischen Konzerne zeigt, wie sich die Unternehmertätigkeit den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen angepasst hat und die Unternehmen andererseits die sie umgebende Gesellschaft mitgeformt haben. Die meisten der heutigen großen Industrieunternehmen wurden Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet. So haben zum Beispiel die 30 umsatzstärksten Industriefirmen ein Durchschnittsalter von über hundert Jahren. Die ältesten dieser Gesellschaften entstanden bereits im 17. und 18. Jahrhundert (Fiskars 1649, Hackman 1790).

Nur wenige Großunternehmen sind jedoch ihrer ursprünglichen Branche oder ihrem Gründungsstandort treu geblieben, und alle haben als Folge von Firmenankäufen und Einstieg in neue Branchen beziehungsweise Aufgabe alter Sparten erhebliche Veränderungen erfahren. Viele Industrieunternehmen wurden dazumal von Handelshäusern gegründet. Die Industrialisierung Finnlands erfolgte gestützt auf das im Innen- und Außenhandel erwirtschaftete Kapital.

 
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