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2.1
Schnelles Wirtschaftswachstum
2.2
Produktionsstruktur im Wandel
2.3
Unternehmensstrukturwandel
2.4
Internationalisierung
2.5
Starke Forstindustrie
2.6
Hohes Lebensstandard
2.4 Internationalisierung
Neben den Fusionen und Betriebsan- und -verkäufen
im Inland war es auch die Internationalisierung, die
in den 80er und 90er Jahren Struktur und Aktivitäten
des Privatsektors entscheidend zu verändern begann.
Die Phase schneller Internationalisierung mit ihren
Auslandsinvestitionen setzte bei den finnischen Unternehmen
Ende der 1970er Jahre ein, das heißt rund 20 Jahre
später als zum Beispiel in Schweden, verlief aber
dann überaus rapide. Das Volumen der von finnischen
Firmen im Ausland getätigten Investitionen verzehnfachte
sich, und die Beschäftigtenzahl in den finnischen
Auslandsbetrieben stieg auf das Sechsfache.
Ein Markstein wurde 1979 erreicht, als die Zahl der
finnischen Firmen im Ausland die Zahl der ausländischen
Firmen in Finnland zu übersteigen begann; heute
beträgt dieses Verhältnis schätzungsweise
zwei zu eins.
Die Auswirkungen der Internationalisierung auf die
Struktur der finnischen Industrie geben denn auch bereits
Anlass zu Überlegungen: Was bleibt in Finnland
an Industrie übrig, wenn die Unternehmen ihre Produktion
immer mehr ins Ausland verlagern, und welche Art von
Tätigkeit kommt mit den Direktinvestitionen aus
dem Ausland nach Finnland?
Ausländische Unternehmen und Unternehmer spielten
allerdings zu Beginn der Industrialisierung in einigen
Branchen eine wichtige Rolle. So waren es Russen und
später Norweger - als bekanntester von ihnen Hans
Gutzeit - die, gestützt vor allem auf schwedische
Technologie, der Sägeindustrie in Finnland auf
die Sprünge halfen. Der Schotte Finlayson begründete
in Finnland die Baumwollindustrie.
Der Anteil der in Auslandsbesitz stehenden Unternehmen
hat sich in den 90er Jahren sowohl in der Industrie
wie auch im Dienstleistungssektor - unter anderem im
Transport- und Speditionswesen und bei den Unternehmensdienstleistungen
- rasch erhöht. So stehen zum Beispiel acht der
zehn größten finnischen Werbeagenturen in
ausländischer Hand. Das größte in ausländischem
Eigentum befindliche Unternehmen ist die ABB Finland,
die nach Beschäftigtenzahl zu den ersten fünf
Industrieunternehmen des Landes gehört.
In dem Bestreben, sich die wirtschaftlichen Entscheidungen
selbst vorzubehalten, hatten die Finnen einen Kanal
für den effektiven Technologietransfer blockiert,
und die Bedeutung der Direktinvestitionen für die
Einfuhr von Technologie blieb denn in Finnland auch
ungewöhnlich bescheiden. Der Wirtschaftsnationalismus
mobilisierte nach Erlangen der Unabhängigkeit und
in den Nachkriegsjahren zweifellos erhebliche Mehrressourcen
zur Entwicklung der industriellen Tätigkeit. Man
wollte alles selbst tun und vermochte dies zum Großteil
auch.
Im Jahr 1990 standen von den 500 größten
Unternehmen Finnlands an die 70 in ausländischem
Eigentum; 1999 waren es bereits über 150. In den
frühen 90er Jahren gelangten vor allem Dienstleistungsunternehmen
wie Werbeagenturen, Reinigungs-, Buchführungs-
und Speditionsfirmen und Spezialgeschäfte, aber
auch kleine Hightech-Firmen in ausländische Hand.
Ein klares Motiv für solche Geschäftsübernahmen
war in den letzten Jahren, so Zugriff auf finnisches
Spezial-know-how zu erlangen. Die Zunahme des ausländischen
Eigentums wirkt sich günstig auf die Volkswirtschaft
aus: Die Kapitalnutzung ist deutlich effizienter geworden,
und die Märkte der in Finnland aktiven Unternehmen
haben sich erweitert.
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