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2.1
Schnelles Wirtschaftswachstum
2.2
Produktionsstruktur im Wandel
2.3
Unternehmensstrukturwandel
2.4
Internationalisierung
2.5
Starke Forstindustrie
2.6
Hohes Lebensstandard
2.1 Schnelles Wirtschaftswachstum
An der Schwelle zur staatlichen Unabhängigkeit
basierte die Entwicklung des Wohlstandes zu einem Großteil
auf der Erzeugung und Ausfuhr von Schnittholz und Papier.
Mit dem Schwinden der Waldbestände im Umfeld der
Wachstumszentren Europas wurde der Holzeinschlag auch
im Inneren Finnlands, fern der Häfen, rentabel;
die Folge waren wachsende Einkünfte der Bevölkerung
in den ländlichen Gegenden des Landes.
Im internationalen Vergleich war das Pro-Kopf-Einkommen
in Finnland bereits während des Ringens um die
Unabhängigkeit etwas gestiegen; im Jahr 1913 betrug
es rund 60 Prozent des Durchschnittseinkommens der Industrieländer.
Der Abstand zum damals reichsten Land unseres Kontinents
- Großbritannien - war allerdings noch deutlich
größer.
Die Pro-Kopf-Gesamtproduktion Finnlands erhöhte
sich im Laufe des 20. Jahrhunderts auf das über
Elffache, das heißt um rund drei Prozent im Jahr
und damit schneller als in irgendeinem anderen Land
Europas.
An international vergleichsfähigen Preisen gemessen
hatte Finnland Ende der 1980er Jahre das Durchschnittsniveau
der entwickelten Industrieländer (OECD-Bereich)
schon klar überschritten, während es zu Beginn
des Jahrhunderts nur etwas über die Hälfte
deren Niveaus vorzuweisen hatte. Eine Wirtschaftskrise
Anfang der 90er Jahre ließ das Land, am Bruttosozialprodukt
pro Einwohner gemessen, wieder unter den Durchschnitt
der Industrieländer absacken. Das danach einsetzende
Wachstum war jedoch deutlich schneller als in den Industrieländern
im Allgemeinen, und so hat Finnland im Jahr 2000 den
Mittelwert wieder überschritten.
Sein altes Mutterland Schweden überflügelte
Finnland erneut im Jahr 1999. Die Entwicklungskurve
verlief geradezu atemberaubend; nur wenige Länder
der Erde zeigten im 20. Jahrhundert ein so rasantes
Wachstum. 1917, im Jahr der Unabhängigkeitserklärung,
wiesen zum Beispiel viele Staaten Südamerikas ein
bedeutend höheres Einkommensniveau auf als Finnland,
und noch um 1950 war das auf den Einwohner bezogene
BSP zum Beispiel in Argentinien und Chile ungefähr
so hoch wie in Finnland, das heute mit dem Doppelten
aufwarten kann.
Das Bestreben, die Vorteile der internationalen Arbeitsteilung
zu nutzen, hat sich in den handelspolitischen Entscheidungen
Finnlands deutlich widergespiegelt. 1948 wurde Finnland
Mitglied der Internationalen Bank für Wiederaufbau
und Entwicklung (IBRD) und des Internationalen Währungsfonds
(IWF), ein Jahr später auch GATT-Mitglied. Finnland
hat sich nicht an dem im Rahmen der Europäischen
Wirtschaftsrates (OEEC) erfolgten Wiederaufbau Westeuropas
beteiligt, trat aber 1969 dessen Nachfolgeorganisation,
der OECD, bei.
1961 wurde Finnland assoziiertes Mitglied, 1986 Vollmitglied
der EFTA. 1973 schloss es - ein Jahr später als
die übrigen EFTA-Länder - einen Industriewaren-Freihandelsvertrag
mit der EWG; dem waren teils hitzig geführte Diskussionen
über die Vor- und Nachteile eines solchen Schrittes
vorangegangen. Seit 1.1.1995 ist Finnland Mitglied der
EU.
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