Finnfacts  
Die Finnland Story
I Historische Hintergründe Finnlands
II Finnland Heute
III Finnland und die EU
IV Finnland und die Weltwirtschaft
 

Finnland Heute
 

2.1 Schnelles Wirtschaftswachstum
2.2 Produktionsstruktur im Wandel
2.3 Unternehmensstrukturwandel
2.4 Internationalisierung
2.5 Starke Forstindustrie
2.6 Hohes Lebensstandard

2.6 Hohes Lebensstandard

Bruttosozialprodukt und Privatverbrauch pro Einwohner sind die gängigsten Maßstäbe für den Lebensstandard, wobei der Verbrauch natürlich weit gehend vom Einkommen bestimmt wird. In der Nachkriegszeit, bis in die 70er Jahre, folgten in Finnland die jährlichen Konsumveränderungen den jeweils verfügbaren Realeinkommen, denn die Kreditaufnahme unterlag Restriktionen. Mit der Deregulierung der Finanzmärkte erhielten die Haushalte bessere Möglichkeiten, ihren Verbrauch auf eine von der Einkommensentwicklung abweichende Weise ihrem Lebenszyklus anzupassen.

Wie der Wohlstand der Gesellschaft jeweils empfunden wird, hängt natürlich neben dem Verbrauchs- und Einkommensniveau von zahlreiche anderen Gegebenheiten mit ab. Lebensstandard und Wohlstand sind sehr komplexe Begriffe, bei denen auch Faktoren wie Einkommensverteilung, soziale Sicherheit, allgemeiner Gesundheitszustand, Bildungs- und Kulturverhältnisse, Verwirklichung der Menschenrechte, Umweltzustand usw. berücksichtigt werden müssen. Manche dieser Dinge lassen sich natürlich auch dem privaten Verbrauch zuordnen; so kann der Konsument zum Beispiel ganz konkret über seine Freizeitgestaltung und die Sauberkeit seiner Umwelt bestimmen.

Das Wachstum des Verbrauchs entsprach in Finnland etwa dem des Volkseinkommens; beide betrugen im 20. Jahrhundert im Jahresschnitt fast 3 Prozent. Allerdings hat sich die Konsumstruktur grundlegend geändert: Entfiel noch Anfang des 20. Jahrhunderts über die Hälfte der Verbrauchsausgaben auf Nahrungsmittel, so sind es heute nur noch 20 Prozent. Entsprechend hat sich der Anteil der Konsumausgaben für Verkehrs-, Kultur-, Erholungs- und Ausbildungsdienstleistungen gewaltig erhöht und übersteigt längst die Kosten der Nahrungs- und Genussmittel. An die Stelle von Bedarfsgütern sind zunehmend Reisen, Kommunikation und persönliche Dienstleistungen getreten.

 
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