Finnfacts  
Die Finnland Story
I Historische Hintergründe Finnlands
II Finnland Heute
III Finnland und die EU
IV Finnland und die Weltwirtschaft
 

Finnland und die EU
 

3.1 Der Weg in die EU
3.2 EU-Land Finnland

3.2 EU-Land Finnland

Bei Amtsantritt der ersten Regierung Paavo Lipponen war klar, dass sie würde Stellung nehmen müssen zum Beitritt Finnlands zur Wirtschafts- und Währungsunion (WWU). Die frühen 90er Jahre hatten den Staatshaushalt Finnlands stark gebeutelt; mit seiner hohen Staatsverschuldung erfüllte das Land die damals bekannten WWU-Kriterien nicht.

Also sah sich die Regierung Lipponen zu politisch heiklen und rigorosen Sparmaßnahmen gezwungen, die denn auch zu einer Gesundung des Staatshaushalts führten.

Die Tarifparteien schlossen im Herbst 1995 und 1997 zwei aufeinander folgende Verträge, die nur geringe Lohnerhöhungen vorsahen. Von beiden Verträgen waren jeweils über 90 Prozent der gewerkschaftlich organisierten Lohn- und Gehaltsempfänger betroffen.

Außerdem kam es im Herbst 1997 zwischen Regierung und Tarifparteien zur Vereinbarung konjunkturausgleichender Regelungen. Bezweckt wurde damit, bei wirtschaftlicher Prosperität in den Pensionsfonds zusätzliche Mittel anzusammeln, um so die Beschäftigungsmöglichkeiten der Unternehmen in schlechten Zeiten zu verbessern. All diese Maßnahmen bewirkten schließlich, dass die Regierungsparteien den Beitritt zur WWU fast einmütig befürworteten.

Die von Aho geführte Zentrumspartei war gegen eine WWU-Mitgliedschaft und wollte, dass Finnland dem Beispiel Schwedens, Dänemarks und Britanniens folgt und außerhalb des Euro-Raums blieb. Es kam anders.

Anfang 1999 trat Finnland als einziges nordisches Land der Wirtschafts- und Währungsunion bei. Die Präsidentin der finnischen Zentralbank, Sirkka Hämäläinen, wurde ins Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) gewählt.

Mit dem Beitritt Finnlands zur EU hat sich die Pflege seiner Ostbeziehungen geändert. War das Land während des Kalten Krieges bestrebt, die Einzigartigkeit seines Verhältnisses zur Sowjetunion und dessen Unabhängigkeit von Veränderungen auf der internationalen Bühne zu betonen, so unterstreicht es heute in seinen Russland-Beziehungen die Bedeutung der EU-Mitgliedschaft und die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit auch zwischen Russland und der Union.

Gut in den Rahmen dieser Bestrebungen passt auch das von Finnland der EU unter der Bezeichnung Nordische Dimension vorgeschlagene Programm zur Verstärkung der Zusammenarbeit im Ostseeraum mit dem Ziel der Zusammenführung der Naturschätze Russlands und des Know-how des EU-Raums zum Nutzen beider Seiten.

Eine Herausforderung für die Außenpolitik Finnlands in den nächsten Jahren bedeutet die bevorstehende Erweiterung der EU. Für Finnland ist es wichtig, dass die Zusammenarbeit im Ostseeraum fortgesetzt und weiter ausgebaut wird. Nach wie vor treffen "Ost" und "West" im Ostseeraum aufeinander, und Altlasten aus der Vergangenheit sind immer noch präsent.

Wichtig für Finnland ist ferner die Einbeziehung der baltischen Staaten in die Union; desgleichen die Stabilisierung der Beziehungen zwischen Russland und den EU-Ländern und die Verbesserung der Beziehungen zwischen der NATO und Russland.

 
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